Die Suche nach einer Antwort, die ich schon hatte

Was ist Erfolg?

Diese Frage wirkt seit einigen Tagen in mir. Und ehrlicherweise fällt es mir schwer, sie zu beantworten. Sie ist so simpel, so direkt. Und doch fragt sie nach mehr. Als hätte sie einen unsichtbaren Zusatz, der sich nur zeigt, wenn man lang genug über die Antwort nachdenkt: – für mich.

Wenn jemand eine Antwort auf die Frage hat, dann doch das Internet, dachte ich und tippte sie in das Suchfeld bei Google. Die Duden-Definition befriedigte mich nicht ausreichend. Zu viel Spielraum. Zu wenig Konkretum. “Setzen, Sechs!”, wies mein Geist das Internet in die Schranken. Dann kam ich zu der bittersüßen Erkenntnis: Für die Antwort, muss ich mich selbst besser kennenlernen. Und ich dachte, das tue ich schon, mich kennen. Doch offensichtlich nicht gut genug!?

Ich tat das, was ich immer tue, wenn ich einen Rat brauche, den nur ich mir geben kann: ich schrieb. Nach einigen Seiten, probierte ich einen roten Faden zu finden. Ohne Erfolg. Ich war lost. So lost, dass noch nicht einmal das Schreiben half. SOS!

Danach tat ich das, was ich immer tue, wenn das Schreiben nicht hilft: Ich suchte Ablenkung, und griff dafür zu genau der Sache, die ich wenige Augenblicke zuvor so unsanft zurückgewiesen hatte – das Internet. Instagram Stories sind mein Guilty Pleasure in diesen Momenten. Pleasure, weil sie für diese wohltuende Dopaminausschüttung in meinem Gehirn sorgen. Guilty, weil das so ziemlich gar nichts beiträgt – zumindest nicht dazu, wie ich mein Leben führen möchte.

Ich brauchte einen Moment, um zu verstehen, dass ich mit diesem Gedanken womöglich auf einer heißen Spur war. Offensichtlich wusste ich ja schonmal, wie ich mein Leben NICHT führen will. Jetzt galt es nur noch herauszufinden, was ich vom Leben möchte. Im Leben möchte. Wieder schrieb ich. Und heraus kam ein kurzer Text, den ich direkt als Note bei Substack veröffentlichte.

Was will ich eigentlich vom Leben? Im Leben?

Ich will mich verbunden fühlen. Mit mir selbst. Aber auch mit allem um mich herum. Mit den Menschen, die mir begegnen. Mit der Natur. Mit dem ganzen Universum.

Ich will präsent sein. In Gesprächen. Mit meinen Gefühlen. Jede Sekunde meines Lebens, einfach da sein. Leben.

Ich will lieben. Mich selbst. Meine Liebsten. Ihnen uneingeschränkt alles geben, ohne alles von mir herzugeben.

Ich will strahlen. Von außen. Und von innen nach außen. Sodass diese Welt mit jedem Schritt, den ich gehe, ein bisschen heller wird.

Und wie das immer so ist, wenn man mal einen Lauf hat, fiel mir noch etwas ein: Ich hatte vor einiger Zeit schon einmal über Erfolg geschrieben. Wie auch nicht, denn es gibt wohl kaum ein Thema auf dieser Welt, über das ich noch nicht geschrieben habe. Also kramte ich durch alte Texte. An dieser Stelle: Props an die digitale Suchfunktion auf meinem Laptop. Ich wurde fündig.

Die Freiheit, durch mein Schreiben überall auf der Welt wirken zu können – und dadurch mit Leichtigkeit Geld zu erwirtschaften, um den größten Teil meiner Zeit mit den Menschen zu verbringen, die ich liebe.

Überglücklich war ich. Nicht nur über den Fund an sich. Sondern weil meine Definition von Erfolg sich über die Jahre offenbar nicht grundlegend verändert hat. Schreiben und Zeit mit meinen liebsten Menschen. Die Königskombi, auf die ich weiß Gott auch locker selber hätte kommen können.

Vielleicht sollte ich mir selbst mehr vertrauen, dachte ich. Vielleicht sind die Antworten auf die wichtigen Fragen im Leben ja bereits in mir.

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